[OpenBSD]

Copyright Politik

  • Ziel

    Copyright Gesetze sind komplex, OpenBSD Copyrights sind simpel - OpenBSD strebt danach den originalen Geist der Berkeley Unix Copyrights zu pflegen.

    OpenBSD kann heutzutage nur deshalb existieren, weil die Computer Systems Research Group in Berkeley ein Beispiel gesetzt hat und viele Schlachten geschlagen hat, um eine freie, nicht vorbelastete Unix-Distribution zu schaffen.

    Die Möglichkeit eines frei kopierbaren "Berkeley" Unix sich auf einer konkurrienden Basis zu anderen Betriebssystemen vorwärts zu bewegen hängt davon ab, in wie weit die verschiedenen Entwicklergruppen bereit sind, Code untereinander und mit anderen auszutauschen. Die rechtlichen Dinge,die das Copyright umgeben, zu verstehen, ist fundamental für die Fähigkeit Code auszutauschen und wieder zu veröffentlichen, zusätzlich ist das Würdigen des Gedankens des Copyrights und des Konzeps des Zuschreibens fundamental fuer das Bekanntmachen der Koorperation der beteiligten Leute.

  • Das Berkeley Copyright

    Das Berkeley Copyright beinhaltet keinerlei Beschränkungen der privaten oder kommerziellen Verwendung der Software und hat nur einfache und einheitliche Anforderungen, nämlich Copyright-Notizen in weiterveröffentlichten Versionen zu integrieren und auch den Urheber der Software nur mittels Notiz in der Software bekanntzumachen.

    Zum Beispiel:

     * Copyright (c) 1982, 1986, 1990, 1991, 1993
     *     The Regents of the University of California.  All rights reserved.
     *
     * Redistribution and use in source and binary forms, with or without
     * modification, are permitted provided that the following conditions
     * are met:
     * 1. Redistributions of source code must retain the above copyright
     *    notice, this list of conditions and the following disclaimer.
     * 2. Redistributions in binary form must reproduce the above copyright
     *    notice, this list of conditions and the following disclaimer in the
     *    documentation and/or other materials provided with the distribution.
     * 3. All advertising materials mentioning features or use of this software
     *    must display the following acknowledgement:
     *     This product includes software developed by the University of
     *     California, Berkeley and its contributors.
     * 4. Neither the name of the University nor the names of its contributors
     *    may be used to endorse or promote products derived from this software
     *    without specific prior written permission.
     *
     * THIS SOFTWARE IS PROVIDED BY THE REGENTS AND CONTRIBUTORS ``AS IS'' AND
     * ANY EXPRESS OR IMPLIED WARRANTIES, INCLUDING, BUT NOT LIMITED TO, THE
     * IMPLIED WARRANTIES OF MERCHANTABILITY AND FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE
     * ARE DISCLAIMED.  IN NO EVENT SHALL THE REGENTS OR CONTRIBUTORS BE LIABLE
     * FOR ANY DIRECT, INDIRECT, INCIDENTAL, SPECIAL, EXEMPLARY, OR CONSEQUENTIAL
     * DAMAGES (INCLUDING, BUT NOT LIMITED TO, PROCUREMENT OF SUBSTITUTE GOODS
     * OR SERVICES; LOSS OF USE, DATA, OR PROFITS; OR BUSINESS INTERRUPTION)
     * HOWEVER CAUSED AND ON ANY THEORY OF LIABILITY, WHETHER IN CONTRACT, STRICT
     * LIABILITY, OR TORT (INCLUDING NEGLIGENCE OR OTHERWISE) ARISING IN ANY WAY
     * OUT OF THE USE OF THIS SOFTWARE, EVEN IF ADVISED OF THE POSSIBILITY OF
     * SUCH DAMAGE.
     *
    

    (Hinweis: Du findest in manchen Teilen des Systems, dass dort die Punkte 3 und 4 entfernt wurden und somit die Dinge weiter vereinfachen.)

    Weil das OpenBSD Copyright keinerlei weiterreichenderenden Beschränkungen als die des Berkeley Copyright beinhaltet, kann OpenBSD hoffen, eine ebenso weite Verbreitung und Anwendung zu finden wie die Berkeley Distributionen. Daraus folgt aber, dass OpenBSD kein Material beinhalten kann, dessen Copyright restriktiver ist als das Berkeley Copyright, oder dieses Material einem anderen Status zuordnen muss, d.h. OpenBSD ist als ganzes frei weitergebbar, aber einige optionale Teile können davon ausgenommen sein.

  • Copyright Gesetze

    Während die Gesamtheit des Copyrights weit über die Möglichkeiten dieses Dokuments hinausgeht, sind einige grundsätzlichen Dinge doch nötig : Unter dem momentanen Copyright Gesetz sind Copyrights bei Erschaffung eines neuen Produkts automatisch eingeschlossen und bleiben beim Autor bis es anders deklariert wird. Im allgemeinen betrifft das Copyright nur die neue Arbeit, weder das Material von dem die Arbeit abstammt, noch die Teile des ursprünglichen Materials, das die neue Arbeit beinhaltet.

    Copyright Gesetze unterscheiden zwischen zwischen drei allgemeinen Kategorien:

    Gänzlich neue Arbeit
    Eine neue Arbeit, die nicht von bereits bestehender Arbeit abstammt.
    Abstammende Arbeit:
    Arbeit, die von bereits bestehender abstammt, solche beinhaltet oder verbessert.
    Zusammenstellung
    Eine Arbeit, die eine Zusammenstellung von gänzlich neuer und bereits bestehender Arbeit ist.

    Das fundamentale Konzept ist, das Copyright auch Vorrang beinhaltet, d.h. das Copyright einer abstammenden Arbeit berührt nicht die Rechte der originalen Arbeit, sondern nur den neu hinzugefügten Teil. Genauso berührt das Copyright einer Zusammenstellung nicht die Rechte des Besitzers der originalen Arbeit, sondern nur die Zusammenstellung als ganzes.

    Es ist von immenser Wichtigkeit zu verstehen, dass Copyrights breite Schutzmassnahmen sind, die von nationalen und internationalen Gesetzen definiert werden. Die "copyright notices", die für gewöhnlich in Source-Files enthalten sind, sind keine Copyrights, sondern eher Notizen darüber, dass eine Partei das Copyright über das Material oder Teile davon hat. Typischerweise stehen diese Notizen in Verbindung mit Lizenzteilen, die Erlaubnisse gemäss Copyright Gesetz beinhalten, sowie mit Verzichtserklärungen, die die Position des Copyright-Inhabers/Verteilers mit Bezugnahme auf die Benutzung weiteren Materials beinhalten.

  • Genehmigungen - die Kehrseite

    Da Copyrights eher durch das Kreieren eines Produktes als durch einen Registrierungsprozess entstehen, muss es einen praktischen Weg geben, um eine Verwendung, die über das hinausgeht, was im Copyrightgesetz unter "fair use" verstanden wird, zu ermöglichen.

    Diese Genehmigung findet sich fuer gewöhnlich in Gestalt eines "release" oder "license" im Produkt, die Verwendungen gewährleistet, die über die des Copyright-Gesetzes hinausgeht, normalerweise mit Hilfe einer Vielzahl von Konditionen. Auf einer Seite des Extrems "Public Domain", bei dem die Urheber keinerlei Beschränkungen im Gebrauch auferlegen, auf der anderen Seite restriktive Klauseln, die tatsächlich keinerlei zusätzliche Rechte zulassen oder sogar restriktive, diskriminierende oder unpraktische Konditionen beinhalten.

    Erneut ist es wichtig zu verstehen, dass die Verbreitung und Konditionen sich nur auf den Teil des Produkts oder der Arbeit beziehen können, der vom Copyright Inhaber abstammt - der Inhaber eines davon abstammenden Produkts/Arbeit kann weder zusätzliche Erlaubnisse für den Teil der originalen Arbeit geben, noch restriktivere Konditionen verlangen.

    Da Copyright aus der Kreation eines Produkts entsteht und nicht aus dem Text oder Registrationsprozess, hat das Entfernen oder Verändern von Copyright-Notizen oder ähnlichen Veroeffentlichungsbedingungen keinerlei Einfluss auf die Existenz des Copyright, unabhängig davon was die Person ursprünglich für ein Recht hatte das Material zu benutzen. Genauso können Bedingungen und Konditionen, die im Widerspruch zu den originalen stehen, diese nicht aufheben, zumal das Zweifel auf das Recht dieser Person wirft, das Material zu benutzen und ausserdem Verwirrung erzeugt, ob irgendjemand berechtigt ist, solcherlei veränderte Version zu nutzen.

    Schlussendlich sind Versionsfreigaben generell an das Material gebunden, mit denen sie verbreitet werden. Das bedeutet, das die Konditionen, unter denen der Urheber seine Arbeit veröffentlicht, ohne Abstriche von den Leuten anerkannt werden, die eine legitime Kopie dieser Arbeit besitzen. Gleichzeitig kann der Copyrightinhaber nicht im Nachhinein einfach erklären, dass Individuen oder Gruppen von Individuen von den Rechten ausgeschlossen sind, unter denen die Arbeit veröffentlicht wurde, hat er dieses erst einmal getan. Genauso gilt dies ,wenn sich der Copyrightinhaber entscheidet, seine Software kommerziell zu vermarkten, er kann dann nicht einfach die erteilten Genehmigungen für die Weiternutzung seiner Software zurückziehen, obwohl er durchaus solche restriktiveren Genehmigungen in seinen zukünftigen Versionen nutzen kann.

  • Spezielle Fälle

    Dieser Teil versucht die Position OpenBSD's zu einigen weiteren bekannten Copyrights zusammenzufassen.

    Berkeley

    Das Berkeley Copyright ist das Modell für das OpenBSD Copyright. Es bewahrt die Rechte des Urhebers, während es gleichzeitig nur minimale Beschränkungen für die Benutzung des Materials vorsieht. Material, das dem Berkeley Copyright oder anderen nahe verwandten Copyrights unterliegt, kann für gewöhnlich in OpenBSD eingefügt werden.

    AT&T

    Während AT&T Copyrights für eine Menge von "Unix"-Code und Dokumentationen hält, basiert OpenBSD größtenteils auf Berkeley (BSD) Distributionen, die nur Material enthalten, von dem bekannt ist, daß es frei von AT&T Copyrights ist, oder Material, deren Copyright AT&T fallen lassen hat, oder auch Passagen darin aufgenommen hat, die dem Berkeley Copyright ähnlich sind. Kein Material,das dem AT&T Copyright unterliegt, kann in OpenBSD aufgenommen werden.

    Beispiele von AT&T Code, die nicht-restriktivem Copyright unterliegen, sind einige Systemquellcodes wie z.B. init_main.c und die AT&T Version von awk.

    DEC, Sun, andere Hersteller/Software Häuser.

    Im allgemeinen beinhaltet OpenBSD keinerlei Material von Herstellern oder Softwarehäusern. Es kann Material eingefügt werden, dessen Urheber die unbeschränkte Weiterverwendung erlaubt hat, mit Bedingungen die denen des Berkeley Copyrights ähnlich sind, oder Material, das Produkt eines Arbeitgebers ist und bei dem eine Notiz des Arbeitnehmers jegliche Ansprüche dieser beiden aufhebt.

    Carnegie-Mellon (CMU, Mach)

    Das Carnegie-Mellon Copyright ist dem Berkeley Copyright gleich, ausgenommen, das sie darum bittet, daß darauf aufbauende Arbeit wieder Carnegie-Mellon zugänglich gemacht werden soll. Da dies nur eine Bitte und kein "Muss" ist, kann solches Material trotzdem in OpenBSD integriert werden. Bitte bedenken sie, daß bestehende Versionen von Mach weiterhin dem AT&T Copyright unterliegen, welches die unbeschränkte Verbreitung der Mach-Sourcen verhindert.

    Apache

    Das Apache Copyright ist dem Berkeley Copyright sehr ähnlich, nur dass es verlangt, das Produkte, die davon abstammen, nicht das Wort Apache in ihrem Namen haben. Der Sinn dieser Klausel ist es, eine Situation zu vermeiden, in der eine andere Partei eine veränderte Version mit dem selben Namen veröffentlicht, um den Käufer glauben zu machen ,er hätte das Original gekauft. Das trifft für OpenBSD nicht zu, da OpenBSD eine Compilationist ,und keine abstammende Arbeit.

    GNU General Public License, GPL, LGPL, copyleft, etc.

    Die GNU Public License und Lizenzen, die darauf aufbauen, beinhalten die Einschränkung, das Source Code veröffentlicht werden muss oder alle Arbeiten verfügbar gemacht werden müssen, die von Code abstammen, der unter GNU Copyright liegt.

    Während das eine noble Idee ist, wenn es um das Teilen von Software geht, so ist das doch für typische kommerzielle Software inakzeptabel. Als Konsequenz kann Software, die den GPL Konditionen unterliegt nicht in den Kernel oder "runtime"-Komponenten von OpenBSD eingefügt werden, allerdings können solche Teile als Entwicklungstools oder Teile des Systems eingeführt werden, die optional sind, solange daraus nicht resultiert, dass OpenBSD als ganzes der GPL unterliegt.

    Zum Beispiel enthalten einige Ports die GNU Floating Point Emulation - das ist jedoch optional und das System kann ohne diese Emulation oder mit Hilfe eines alternativen Paketes erzeugt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung von GCC und anderen GNU tools in der OpenBSD "tool chain" - es ist gut möglich ein System für viele Anwendungen weiterzugeben, das diese "tool chain" nicht enthält, oder derjenige, der das System weitergibt, kann sich dazu entscheiden, die "tool chain" als optionale Beigabe, die den GPL Konditionen unterliegt, weiterzugeben.

    NetBSD

    Viele Teile von OpenBSD basieren auf oder stammen von NetBSD ab, da einige der OpenBSD Entwickler Teil des NetBSD-Projekts waren. Die allgemeinen NetBSD Lizenzbedingungen sind kompatibel mit der Berkeley Lizenz und erlauben eben solche Verwendung. Material, das nur der allgemeinen NetBSD-Lizenz unterliegt kann also in OpenBSD integriert werden.

    In der Vergangenheit hat NetBSD die Integration von Material gestattet, dessen Copyright über das allgemeine Copyright hinausgeht, aber bei dem garantiert war, das NetBSD das Material weiterverbreiten und weiterverarbeiten darf. Solches Material kann nicht in OpenBSD integriert werden, solange die Konditionen nicht denen des OpenBSD Copyright entsprechen, oder das "Entkommen" , also das Aufstellen von anderen Konditionen, von solchen Bedingungen nur unter ausschließenden oder diskriminierenden Bedingungen möglich ist.

    FreeBSD

    Das größte Teil von FreeBSD basiert ebenfalls auf den Berkeley Lizenz Bedingungen. Solches Material kann in OpenBSD integriert werden, während Teile, die der GPL oder verschiedenen individuellen Copyrights unterliegen, die dem OpenBSD Copyright fremd sind, davon ausgeschlossen sind.

    Linux

    Der größte Teil von Linux unterliegt der GPL und kann daher nicht in OpenBSD integriert werden. Einzelne Komponenten können allerdings annehmbar sein, abhängig von den Copyrights des jeweiligen Autors. Bitte beachten sie, das einzelne Linux-Distributionen weiteren Copyrights des jeweiligen Verteilers/Verkäufers unterliegen können, entweder als ganzes oder auch bei Teilen ,die nicht Teil des Linux Kerns sind.

    X, XFree86

    X und XFree86 sind nicht Teil von OpenBSD, stattdessen werden X und XFree86 als Teil der OpenBSD "Ports" weitergegeben, um es dem Anwender leichter zu machen. Beide unterliegen speziellen Copyrights.

    Shareware, Charityware, Freeware, etc.

    Die meisten "Shareware" Copyrights enthalten Bedingungen zur Weitergabe, Verwendung usw. , die den OpenBSD Copyrights wiedersprechen. Eine genauere Untersuchung ist von Fall zu Fall notwendig, um zu prüfen, ob die Konditionen für uns annehmbar sind, und ob der Geist dieser Konditionen auch denen des OpenBSD Projekts entspricht.

    Public Domain

    Während Material, das tatsächlich dem Begriff "Public Domain" entspricht, in OpenBSD integriert werden kann, ist dennoch eine Fall zu Fall Untersuchung notwendig. Regelmäßig wird die Deklaration als "Public Domain" von Personen gemacht, die gar nicht das entsprechende Recht für eine solche Festlegung besitzen, oder es gibt eine ganze Reihe solcher Konditionen, denen das Produkt unterliegt. Eine Arbeit, die tatsäclich dem wahren "Public Domain" unterliegt, gibt alle Rechte auf und das Material kann ohne Einschränkungen weitergegeben werden.


  • OpenBSD www@openbsd.org
    Originally [OpenBSD: policy.html,v 1.14 ]
    $Translation: policy.html,v 1.9 2000/11/24 19:11:53 jufi Exp $

    $OpenBSD: policy.html,v 1.4 2000/11/24 19:19:40 jufi Exp $